Weiterbildungsprogramm Kardiologie

Weiterbildungscurriculum Kardiologie

Herz- und Gefäßzentrum am Krankenhaus Neu-Bethlehem, Göttingen

Die Gesamtweiterbildungszeit von 30 Monaten gliedert sich (1.) in 24 Monate im stationären Bereich u. (2.) 6 Monate im ambulanten Bereich. Hierbei werden u. a. (3.) Erfahrungen in speziellen Diagnostik- und Behandlungsverfahren vermittelt. Unter (4.) werden einige für die Weiterbildung wichtige Charakteristika der Weiterbildungsstätte beschrieben. Die Ambulanzzeiten (2.) können auch stationsbegleitend nach einem verbindlichen Zeitplan abgeleistet werden.

1.  24 Monate stationärer Bereich.
Die Rotation beinhaltet:

  • 6 Monate kardiologische Normalstation
  • 6 Monate Chest Pain Unit (CPU) / Intermediate Care

  • 12 Monate kardiologische Diagnostikverfahren im stationären Bereich (nicht-
    invasiv und invasiv), primär bei den vom jeweiligen Assistenzarzt stationär betreuten Patienten.

während der gesamten stationären Weiterbildung:

  • Teilnahme an Nacht- u. Wochenenddiensten
  • Stationsvisite täglich gemeinsam mit dem ärztlichen Leiter
  • Röntgenbesprechung täglich
  • Konferenz mit Herz-Thoraxchirurgen nach Bedarf
  • Interne u. externe Fortbildungsveranstaltungen /Fallbesprechung: 14 tägig.

Lernziele sind u.a.:

    • Die Erkennung und Behandlung von angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Herzens, des Kreislaufs, der herznahen Gefäße und des Perikards bei stationären Patienten. Indikationsstellung für interventionelle und konservative Behandlungsverfahren.
    • Indikationsstellung und Beurteilung nuklearmedizinischer Untersuchungs- sowie herzchirurgischer Behandlungsverfahren.
    • Intensivkardiologische Versorgung, Erkennung und Behandlung akuter kardialer Erkrankungen und Notfälle einschließlich Reanimation, Kardioversion /Defibrillation, IABP.
    • Medikamentöse und apparative Therapie von Herzrhythmusstörungen einschl. Defibrillation und Kardioversion. Schrittmacher- und Defibrillator (ICD)-Therapie incl. Indikation und Nachsorge.
    • Durchführung und Beurteilung nicht-invasiver kardiologischer Untersuchungsverfahren (s.u.)
    • Durchführung und Beurteilungen diagnostischer Herzkatheteruntersuchungen.
    • Mitwirkung an und Beurteilung von therapeutischen Koronarinterventionen.
    • Erfahrungen in der elektrophysiologischen Katheterdiagnostik und Therapie.
  1. 6 Monate Praxis – Ambulanz & Diagnostikeinheiten

Ambulanztätigkeit mit nicht-invasiver Diagnostiktätigkeit (u.a. alle Formen der Echokardiographie, Ergometrie, Spiroergometrie, Herzschrittmachernachsorge).

Lernziele sind u.a.:

  • Erkennung, Behandlung und Verlaufskontrolle kardiologischer Krankheitsbilder bei ambulanten elektiven Patienten und bei Notfall-Patienten.
  • Nachsorge von Herzschrittmachern und Defibrillatoren (ICD)
  • Beratung und Führung von Herz- Kreislaufpatienten in der Nachsorge nach stationärer Akutbehandlung und Beurteilung ihrer beruflichen Belastbarkeit.
  • Einsichten in Indikation und Durchführung ambulanter kardialer Rehabilitationsverfahren.
  1. Kardiologische Diagnostik- und Behandlungsverfahrenverfahren:
  • Kenntnisse, Erfahrungen, und Fertigkeiten in kardiologischen Untersuchungs-
    und Behandlungsverfahren werden begleitend während der stationären
    und ambulanten Weiterbildungszeiten erworben.
  • Internistisches Thorax-Röntgen: Tägliche Röntgenbesprechung während der Stationszeit.
  • Ab dem 1. Jahr: verpflichtende Teilnahme an Grund- und Aufbaukursen für Echokardiographie und Schrittmachertherapie.
  • Ab dem 2. Jahr: Praktische Durchführung kardiologischer Untersuchungsverfahren, u.a.:
    1. transthorakale und transoesophageale Echokardiographie ± Kontrast, Stressechokardiographie
    2. Ergometrie und Spiroergometrie
    3. Diagnostische Linksherzkatheteruntersuchung
    4. Mitwirkung bei koronaren Angioplastien
    5. Langzeituntersuchungsverfahren (EKG, RR, Schlafapnoe)
    6. Legen von Schrittmachersonden, intrakardiale EKG-Ableitung, Überstimulation, Kardioversion
    7. Implantation sowie Kontrolle und Nachsorge von Schrittmachern und. Defibrillatoren (ICD)
  1. Angaben zur Weiterbildungsstätte:

Die Einrichtung besteht aus der Internistisch-Kardiologischen Abteilung des Krankenhauses Neu-Bethlehem, der kardiologisch-angiologischen Praxis bzw. Ambulanz sowie den Herzkatheterlaboren, die im „Herz- & Gefäßzentrum am Krankenhaus Neu-Bethlehem“ zusammengeschlossen sind. Es besteht im kardiologischen Bereich u.a. eine enge Kooperation mit den radiologischen und nuklear-medizinischen Praxen am Krankenhausgelände, mit der THG-Chirurgie der Universität Göttingen sowie einer ambulanten kardiologischen Rehabilitations-einrichtung. Aus der Belegstruktur der Einrichtung ergibt sich die Besonderheit einer engen Verzahnung der stationären und der ambulanten Versorgungsbereiche mit vorstationärer Diagnostik und nachstationärer Nachsorge an derselben Einrichtung.

Der Schwerpunkt Kardiologie wird kollegial durch 5 Belegärzte geleitet:

  • Prof. Dr. med. Hans Georg Wolpers (Internist, Kardiologe).
  • Dr. med. Jürgen Becker (Internist, Kardiologe, Intensivmedizin).
  • Prof. Dr. med. Johannes B. Dahm (Internist, Kardiologe, Angiologe, Sportmedizin).
  • Dr. med. Claudius Hansen (Internist, Kardiologe, Schwerpunkt Rhythmologie)
  • Dr. med. Benjamin Daume (Internist, Kardiologe)
  • Prof. Dr. med. Dirk Vollmann (Internist, Kardiologe, Schwerpunkt Rhythmologie)
    __

    5. Leistungsspektrum der Weiterbildungseinrichtung:

Im Schwerpunkt Kardiologie werden alle akuten und chronischen kardiologischen Krankheitsbilder behandelt. Die Behandlung umfaßt:

  • 4 kardiologische Behandlungsbereiche: Ambulanz, Normalstation, Überwachungseinheit /zertifizierte Chest Pain Unit, Katheterlabore.
  • Alle nicht-invasiven kardiologischen und angiologischen Verfahren (u.a. TT und TE Echokardiographie, Stressecho, Belastungs-EKG, Spiroergometrie, Gefäßdoppler/ -duplex, Langzeit-EKG- & -Blutdruckmessungen).
  • Intensivmedizinische Betreuung gemeinsam mit den Anästhesisten am Haus.
  • Invasivkardiologie mit 24-h Bereitschaft im Katheterlabor. Diagnostische Links- und Rechtsherzkatheter; invasiv-kardiologische Behandlungsverfahren (incl. aller Koronarinterventionen ± IABP-Unterstützung, elektrophysiologische Diagnostik- und Ablationsverfahren, PTA’s peripherer Gefäße).
  • Implantation und Nachbetreuung von Herzschrittmachern, CRT- und ICD-Systemen.
  • (in kooperierender unabhängiger Praxis): Kardio-CT, Kardio- MRT, Myokardszintigraphie, Lungenperfusionsszintigraphie.